Lebensentwürfe I - (Aufruf zur) Naivität
(04.01.2010) Naivität als Lebensentwurf - ist gewiss in sich schon naiv. Trotzdem möchte ich dazu ermutigen.
Nachweihnachtliche Gefühle
(28.12.2009) Schon die Vorweihnachtszeit kam - dank Umzug - ohne viele weihnachtliche Gefühle aus. Und so erreichte meine Weihnachtsskepsis dieses Jahr ihren vorläufigen Höhepunkt.
Politix
(31.07.2009) Der regionale Wahlkampf hat begonnen. Was haben uns die Parteien in Waltrop und im Vest zu sagen?
  • 10.03.2010 Habe zum ersten (und einzigen? Mal ein Lied gekauft, was auch auf einem Trance&Techno-Sampler ist... Ich finds cool. http://bit.ly/11CGVS
  • 10.03.2010 philsniff 2 Leute im Wesentlichen (1xGestaltung / 1xUmsetzung und Programmierung) + Redaktion für die Texte.
  • 10.03.2010 NinaGerling Wäre mir ein großen Anliegen, den Slider auch auf Barrierefreiheit zu optimieren. Schade, dass du nicht auf dem TLUT bist...
  • 10.03.2010 NinaGerling Habe ich auch gerade entdeckt, nachdem ich mal die Tastatur bemüht habe. Ich streng mich an! #typolight
  • 10.03.2010 NinaGerling Stimmt, haben wir irgendwann mal im Luafe der Entwicklung rausgenommen - aber kommt wieder rein. Danke für den Hinweis!

Was Katzen so können

Unglaubliche Fähigkeiten von Katzen. Heute: Entspannen in Extremfällen.

30.01.2010 (0 Kommentare)

Dass Katzen sich überall (und ich meine überall) lecken können, sei ihnen gegönnt - zumal da Stellen bei sind, an denen ich mich nicht lecken wollte. Dass sie vom Schrank fallen können und danach weiterlaufen, als wäre nichts gewesen, macht mich schon ein wenig neidisch. Auch mitten in der Nacht durch die ganze Wohnung rennen, dabei irgendwas umschmeißen und meine Frau dann so anschauen können, dass sie nicht schimpft, wäre toll.

Aber am meisten beneide ich die Katzen seit gerade, um ihre Fähigkeit, in jeder Position zu liegen und dabei auszusehen, als wäre es gemütlich. Das wäre was für die Rush-Hour in der S-Bahn.

RUHR.2010 - Strukturwandel 2.0

Im Jahr 2010 ist Essen eine der Kulturhauptstädte - und das Ruhrgebiet feiert das mit einer großen Kulturoffensive. Ich will meinen Beitrag dazu leisten und werde Kulturschaffender.

10.01.2010 (2 Kommentare)

Was meinen Freund des gepflegten Faeces Canis schon beschäftigt hat, treibt auch mich um: Es wird viel erwartet, Großartiges versprochen - was letztendlich dabei raus kommt sehen wir dann.

Das Ruhrgebiet zeigt mal wieder, in was es groß ist. Klar, das ist einerseits die viel gerühmte "Industriekultur", die inzwischen leider auch beinhaltet, dass sich jede olle Industriebrache als Kulturstandort versteht, andererseits aber auch die Stärke im Schönreden. Da Bewährtes ja auch woanders funktionieren muss, versucht jede zweite Kokerei die Kokerei Zollverein zu imitieren, die Zechen die Zeche Zollverein zu kopieren und jeder Hochofen denkt, ein paar Lämplein reingehangen und wir haben den Landschaftspark Nord aus Duisburg nach Hause geholt.

Leider führt das nicht nur zu der erwünschten Kulturvielfalt im Ruhrgebiet, sondern langsam aber sicher zur Monokultur.

Und genauso, wie "wir" Papst, Fußballweltmeisterin und irgendwie auch Obama sind, sind "wir" und nicht Essen nun Kulturhauptstadt.

Natürlich freue ich mich auf die kulturellen Highlights, die geboten werden - befürchte aber, dass Einiges auch nicht übers Mittelmaß hinauskommt.

Und ich befürchte, dass in eben dieser Selbstdarstellung des Ruhrgebietes wieder einmal der funktionierende Strukturwandel, der Schritt aus dem sekundären in den tertiären Wirtschaftssektor gepredigt wird. Und das ist leider mehr als scheinheilig. Ich zumindest habe nämlich das Gefühl, dass die Kumpel und Arbeiter, die damals in Duisburg Ruhrort, Essen und sonstwo um ihre Arbeitsplätze gebangt haben, nun mitnichten alle als Wirtschaftsberater und IT-Fachleute arbeiten. Und den Opelanern aus Bochum steht wohl auch keine großartige Karriere als Kulturschaffende bevor.

Aber vielleicht sehe ich das auch zu pessimistisch.

Und weil man ja auch nicht nur meckern soll, will ich konstruktiv sein. Ich will den Schritt in die Kulturregion mitmachen. Und ich werde mich selber, zumindest für ein Jahr, als Künstler versuchen. Das passt nämlich wunderbar zu meinen Vorsätzen in diesem Jahr (siehe demnächst in diesem Blog) und wird mein persönliches Projekt2010.

Noch mehr Winter in Datteln

Sogar vor dem Frühstück! sind wir animiert vor unsere Haustür zu treten. Kein Wunder bei so viel Landschaft.

04.01.2010 (1 Kommentare)

Lebensentwürfe I - (Aufruf zur) Naivität

Naivität als Lebensentwurf - ist gewiss in sich schon naiv. Trotzdem möchte ich dazu ermutigen.

04.01.2010 (0 Kommentare)

Dass ich naiv sei habe ich bestimmt schon genug gehört. "Dem kann man doch nicht trauen, den kennst du doch gar nicht!" oder "Da muss doch ein Haken sein!" sind Gedanken, die man häufig hat, wenn man sich mit Fremden/m und Neuen/m beschäftigt. Gewiss, unsere Welt ist komplex und eine lineare Betrachtungsweise in einfachen Ursache-Wirkung-Schemata wird ihr nicht gerecht. Aber nicht trotzdem, sondern gerade deswegen rufe ich zu mehr Naivität auf.

Naiv wird häufig mit einem sehr beschränkten Blick auf die Welt interpretiert. Gehen wir aber von der Definition des französischen Wortes "naif" aus, so enthält diese auch die Begriffe "unschuldig" und "ursprünglich". In diesem Sinne ist eine naive Weltsicht eben keine beschränkte oder beschränkende Weltsicht, sondern eine von anderen Einflüssen freie Weltsicht.

Und genau das ist es, was ich anstrebe: Jedem Menschen und jeder Situation mit eben dieser Sicht begegnen. Nicht gleich in Kategorien verfallen wie "so einem kannst du nicht trauen" oder "das kann ja nicht gut gehen". Natürlich lag ich mit dieser Sichtweise auch oft falsch und habe mich nachher geärgert. Aber wäre es fair, dem nächsten Menschen deswegen gleich mit Mistrauen zu begegnen?

Unterm Strich hat mich meine Naivität wesentlich weniger Energie und meinetwegen auch Geld gekostet als sie mir an positiven Erlebnisen zugeführt hat. Auch hat mir diese Herangehensweise oft den Impuls gegeben, etwas doch zu versuchen - und mich zu erstaunen, was ich alles kann. Und vor allem: Sie gibt mir den Mut, nicht alles als gegeben oder als notwendiges Übel hinzunehmen, sondern mich zu engagieren - egal wie viel Aussicht auf Erfolg besteht.

Ich will gewiss nicht dazu animieren, vollkommen unbedacht durchs Leben zu gehen. Es gibt Situationen, in denen es absolut klar ist, dass was nicht stimmt. Wichtig ist mir allerdings, diese eben mit meinen Erfahrungen abzugleichen und mit einem Kategoriensystem, welches ich für richtig halte und welches mir nicht im Detail durch meine Umwelt vorgegeben ist.

Naivität heißt für mich also: Denke Selber! Mache deine eigenen Erfahrungen!

Naivität heißt auch: Erlebe die Welt ursprünglich. Aus erster Hand.

Als ich mich über den Begriff "Naivität" informierte, landete ich auch auf der Seite von Konstantin Wecker. Ich bin erstaunt und erfreut zugleich, wie sehr sich unsere Ansichten zur Naivität ähneln!

Weiter geht es demnächst mit "Lebensentwürfe II - Tu es einfach!"

Nachweihnachtliche Gefühle

Schon die Vorweihnachtszeit kam - dank Umzug - ohne viele weihnachtliche Gefühle aus. Und so erreichte meine Weihnachtsskepsis dieses Jahr ihren vorläufigen Höhepunkt.

28.12.2009 (1 Kommentare)

Auch wenn ich auf die naheliegensten Allgemeinplätze und Plattitüden bezüglich Weihnachten verzichten möchte ("eh' alles Kommerz") - ich kann nicht garantieren, dass ich mich komplett frei von Selbigen machen kann. Ich bitte um Verzeihung.

Als ich dieses Jahr meine LMG's einkaufen ging (es war der 23. Dezember) schlug mir das weihnachtliche Dortmund geballt entgegen. Ein Riesenbaum, um auch den letzten Holländer nach Dortmund zu locken - damit komme ich inzwischen klar. Dass Weihnachtsmärkte inzwischen einen hohen Anteil an unweihnachtlichen Fritten- und Dönerbuden haben - auch daran habe ich mich gewöhnt.

Woran ich mich aber auch in den letzten Jahren gewöhnt habe, dass sind die Gestalten am Rande der Straße. Dieses Jahr war mein Elendsschutzschild scheinbar deutlich gesenkt. Wollte ich dem Sammler für den Zirkus mit seinem Lama noch fröhlich zurufen: "Du braukst einen Wechselkurs", blieb mir das Lachen doch stecken. Überall: Menschen, die Betteln müssen.

So kam ich dazu, zu reflektieren: Wie sehr man diesem Aspekt aus dem Weg geht, wie man mit immer wieder neuen Selbsttäuschungen darüber hinwegsieht. "Ich kann doch eh' keinem nachhaltig helfen." - "Die versaufen das Geld doch nur." - aber auch der Ärger über allzu penetrante oder scheinbar drückerkollonnenähnlich organisierte Personen.

Und ich? Bin dabei, in letzter Minute Geschenke zu kaufen. Menschen, die alles haben, etwas kaufen, was sie nicht brauchen. Ich habe im Kopf überschlagen: 100€ - für bloßen Symbolismus. 100€, um Menschen zu zeigen, dass ich sie liebe - statt ihnen zu zeigen, dass ich sie liebe.

100€ : Wieviel Tage kann man davon Übernachten, Essen, Leben?

Ich war kurz davor, das für Geschenke geplante Geld dem nächsten Menschen, der es brauchen kann zu schenken. Aufgehalten wurde ich nur durch irgendwelche Nachhaltigkeitsüberlegungen. Aber: Ich bereue es. Es ist doch scheißegal, was jemand damit macht - es wäre immer besser angelegt gewesen als in irgendeinen Kitsch, den ich nun vorhatte zu kaufen.

Ich weiß: Die Weihnachtszeit ist eine Zeit der Sentimentalität, eine Zeit, in der die Spendenbereitschaft sprunghaft ansteigt. Und auch ich reihe mich gerade in diesen Reigen ein. Ich erzähle hier bestimmt nichts Neues.

Und Spenden, gerade die kleinen 1€ Spendchen in der Stadt haben auch immer was von "Freikaufen".

Ich will mich nicht mehr freikaufen. Ich will nicht irgendwem ein paar Euro in die Hand drücken, nur damit ich mit gutem Gewissen meinen Scheiß weitermachen kann. Ich habe eine Idee, einen Vorsatz.

Ich will nichts mehr geschenkt. Dinge, die ich nicht brauche sind rausgeschmissenes Geld. Und Dinge, die ich brauche, kaufe ich mir sowieso lieber selbst.

Ich schenke nichts mehr. Den Gegenwert dessen, was ich schenken würde, spende ich lieber.

Ich höre schon: "Das ist ja so 80ger"! Na und? Scheiß der Hund drauf. Nur weil eine Idee uralt ist ist sie nicht unbedingt schlecht.

Ich werde mich informieren, welche Spenden wo am direktesten, nachhaltigsten und sinnvoll sind. Ich werde gespannt ins neue Jahr gehen, sehen, wie meine Mitwelt darauf reagiert, wenn sie statt einem Geschenk eine Spendenquittung bekommt.

Ich habe nichts gegen Weihnachten. Ich habe nichts gegen Geschenke. Und ich werde auch weiterhin Geschenke machen. Aber ich werde nicht mehr irgendetwas schenken, nur um irgendetwas zu schenken. Ich glaube sogar, dass es Leute in meinem Umfeld gibt, die sich mehr über den Besuch, das berühmte "Selbstgebastelte", die Einladung und so weiter freuen.