Andreas Eschbach+gelesen

  • 04.09.2010 Hat denn jetzt mal einer Quellen, oder referenziert Ihr euch alle selbst? Befürchte manchmal, dass die Medien zuviel twittern. #dortmund
  • 04.09.2010 Bis auf kurz bei DerWesten finde ich noch nichts offizielles? Quellen? #Dortmund #demo #BVG #glaubichnochnicht
  • 04.09.2010 DerWesten Habt ihr bessere Quellen? Hier auf Twitter geisterts ja schon länger als angebliches Fake rum #Dortmund #demo #bvg
  • 30.08.2010 Was out running 6.90 km with #Endomondo. See it here: http://bit.ly/aMhR9p
  • 30.08.2010 Just started running with #Endomondo. Follow me live: http://bit.ly/aMhR9p

Andreas Eschbach+gelesen (1)

Gelesen: Ausgebrannt von Andreas Eschbach

Das Buch "Ausgebrannt" beschreibt das Szenario einer Erdölknappheit, ohne dabei in Mad-Max-Klischees abzutauchen.

02.08.2009 (0 Kommentare)

Da es Andreas Eschbach bisher immer geschafft hat, mich schon auf den ersten Seiten zu fesseln, fiel die Wahl meines Urlaubsbuches auf "Ausgebrannt". Ein wenig irritierte mich nach dem Auspacken der "Empfohlen von der RTL-Zuschauerredaktion"-Aufkleber. Im Buchhandel wäre das durchaus ein Ausschlusskriterium gewesen, aber bisher hat mich Eschbach noch nie enttäuscht, so dass mich auch diese "Auszeichnung" nicht abschrecken konnte.

Eschbach behandelt in seinem Buch das plötzliche Ende das arabischen Ölvorrates. Er lässt es dabei in der Gegenwart (bzw. sehr nahen Zukunft) stattfinden, so dass wir keinen Endzeit-Thriller im klassischen Sinne vor uns haben. Und obwohl einige Elemente sehr "Science" und definitiv "Fiction" sind, würde ich das Buch auch nicht unter Science-Fiction verorten. Man kann es als wirtschaftlichen Thriller verstehen, oder man lässt einfach mal die Schubladen zu und fängt endlich an zur Sache zu kommen:

Die Handlung spielt in zwei Zeitebenen: Zum einen wird der Werdegang des Protagonisten (Markus Westermann) in der Vergangenheit dargestellt, indem er ein Unternehmen (mit-)gründet, welches verspricht, mit einer neuen Methode Öl auch an nach bisherigen Kenntnissen "unmöglichen" Stellen zu finden. Die andere Ebene begleitet den Protagonisten nach einem Unfall: sein Unternehmen gibt es nicht mehr, er wird wegen Unterschlagung und sogar Mord polizeilich gesucht. So können wir parallel verfolgen, wie sich einerseits die Dinge bis zu dem Unfall entwickelt haben und wie er versucht, die Lage wieder zu klären.

Die Handlung nach dem Unfall wird vom Fortschreiten der Ölkrise begleitet: Ein Anschlag auf den wichtigsten arabischen Umschlaghafen macht deutlich, wie stark die Welt vom Öl dieser Region abhängig ist. Hätte Markus' Verfahren diese Abhängkeit aufhalten können? Kann er es noch verwirklichen und damit eine Wende einleiten?

In einer dritten Erzählebene erklärt uns der Autor die Geschichte des Erdöls und die Entwicklung seiner Relevanz für unsere Weltwirtschaft. Dabei verdeutlicht er interessante wirtschaftliche/politische/technologische Wechselwirkungen über ca.150 Jahre hinweg. Dabei haben diese dargestellten Ereignisse immer wieder Bezug zur Handlung.

Gerade letzeres wirkt manchmal ein wenig konstruiert. Nicht immer erschließt es sich, warum dargestellte Personen der (fiktiven?) Zeitgeschichte mit Personen aus der Handlung verwandt sein sollen oder zumindest Vorfahren getroffen haben - zumal das oft auch nicht der Geschichte dient. Hier macht es eher den Eindruck, dieses Muster hätte dem Autor so gut gefallen, dass er es einfach beibehalten hat. Schade ist, dass dadurch häufig nicht klar ist, ob reale geschichtliche Hintergründe geschildert werden oder nicht.

Auch sind manche Gespräche über die Krise, die Auswirkungen und mögliche Lösungsmöglichkeiten recht holprig. Hier wirkt es, als wäre es bei der Menge an Informationen nicht immer möglich gewesen, diese flüssig in den Dialogen unterzubringen. So wähnt man sich an diesen Stellen manchmal in einem ambitionierten Lehrbuch über Wirtschaftswissenschaften als in einem Thriller.

Trotzdem gelingt es Andreas Eschbach, mich zu fesseln. Ich bin sowieso sehr "informationsaffin", dass mich kleine Holprigkeiten in der Vermittlung selbiger eher wenig stören. Er schafft es, einen direkt in die Handlung zu ziehen (insbesondere durch den "Ich will wissen, wie es so weit kommen konnte"-Effekt) und behält durch die mehrstufige Erzählsstruktur gekonnt die Spannung aufrecht. Dabei rutscht er nie in alberne Effekthascherei ab und vermeidet es gekonnt, einem zu billige Lösungsideen anzubieten. (Und wenn er es tut, dann mit ironischem Seitenhieb auf seine Autorenkollegen). So rettet unser Held die Welt nicht einfach mal und der Autor überlässt uns auch selber die Überlegung, ob ein Leben ohne Öl in eine bessere oder schlechtere Zukunft führen würde.

Das ist dabei ein durchaus angenehmer Aspekt des Buches: Eschbach schildert das Für und Wider des Öles und mögliche Alternativen ohne dabei zu offensichtlich mit dem Zeigefinger zu wackeln. Der Leser ist hier ein mündiger Leser, der genug Stoff bekommt, sich eigene Gedanken zu machen.

Mir als Informationsjunkie hätte ein ausgeprägterer Sachteil am Ende des Buches gefallen, aber das wäre wahrscheinlich reduntant gewesen: Schließlich weist Eschbach am Anfang des Buches schon auf die realen Zusammenhänge hin und Informationen gibt es genug im Buch.

"Ausgebrannt" von Eschbach ist vielleicht nicht sein stärkstes Buch, aber definitiv lesenswert. Man wird intelligent unterhalten und dabei angeregt, darüber nachzudenken, welche Kleinigkeiten auch in unserem Leben änderbar wären, wenn wir uns ein wenig unabhängiger vom Öl machen wollten. Dass er dabei nicht als "Ökothriller" daherkommt ist auch gut so.